Am 8. April wird die Windows XP-Ära zu Ende gehen. Falls es keine „Software-Begnadigung“ in letzter Minute gibt, ist dieses gute alte Betriebssystem tatsächlich dem Untergang geweiht.
Ab dem 8. April wird Microsoft nämlich keine Updates für sein erfolgreichstes Betriebssystem mehr anbieten. Dies bedeutet, dass alle Sicherheitslücken, die nach diesem Datum entdeckt werden, nicht mehr gepatcht werden. Damit werden Computer, die unter XP laufen, sehr viel anfälliger für Angriffe. Gefährlich ist vor allem, dass Patches für Windows 7 und 8 auch Hinweise auf Schwachstellen in Windows XP liefern. Ein gefundenes Fressen für Kriminelle!Kurzum: Das Eis wird dünn für alle, die weiterhin Windows XP benutzen wollen.
Dabei kommt die Ansage von Microsoft an sich nicht überraschend: Nachdem es 13 Jahre lang gute und treue Dienste geleistet hat, soll XP seinen Nachfolgern Windows 7 und Windows 8 das Terrain überlassen. Für Unternehmen und Behörden, die noch dieses Betriebssystem benutzen, schlägt also bald die Stunde des großen Frühjahrsputzes. Oder eher die Stunde der Umstellung auf aktuellere Windows-Versionen, oder aber auf ganz andere Betriebssysteme (z.B. Mac oder Linux).
Nichts machen, und bei Windows XP bleiben, ist keine Lösung. Es sei denn, die Computer werden komplett und permanent vom Internet getrennt, um vor äußeren Angriffen sicher zu sein.
Es bleibt also nichts anderes übrig, als zu einem anderen System zu wechseln. Klar, dass dies Kompatibilitäts-Probleme mit sich bringen kann, vor allem für „Haus“-Anwendungen, die auf XP entwickelt wurden. Am besten ist es, sich jetzt schon auf den Wechsel vorzubereiten und eine Reihe von Tests zu machen, um festzustellen, ob:
- Die Geräte das neue Betriebssystem unterstützen
- Die Anwendungen mit dem neuen Betriebssystem einwandfrei funktionieren
- Kompatibilitäts-Probleme lösen
- Bei Windows 7 Professional in den „Windows XP-Modus“ schalten
- Die Anwendung anpassen oder ersetzen
Kompatibilitäts-Probleme lösen
Am besten probiert man Möglichkeit 1 aus, bevor man die beiden anderen in Betracht zieht. Dazu muss man in der Systemsteuerung die „Problembehandlung für die Programmkompatibilität“ ausführen.
Den Windows XP-Modus in Windows 7 benutzen
Wenn dies nicht funktioniert, kann man Möglichkeit 2 testen: einen XP-Modus in Windows 7 installieren. Dabei handelt es sich um eine virtuelle Maschine, die einen Ersatz für Windows XP in einer Windows 7-Konfiguration reproduziert. So können Sie Ihre Anwendungen auch mit Windows 7 weiterhin benutzen, als seien Sie noch auf Windows XP. Auf dieser virtuellen Maschine laufen ausschließlich XP-Anwendungen, um die Angriffsfläche so gering wie möglich zu halten. Auch im Falle eines Malware-Angriffs wird lediglich die virtuelle Maschine infiziert.Doch aufgepasst: Windows 7 professional ist das einzige Betriebssystem, das bereits ein Virtualisierungssystem besitzt. Auf allen anderen Betriebssystemen müssen Sie erst eine Virtualisierungs-Anwendung installieren. Auf keinen Fall darf eine Online-Aktivität (Browsing, E-Mail,...) über die virtuelle Maschine laufen. Lediglich der Hostcomputer darf mit dem Internet verbunden sein.
Wenn Sie, aus welchem Grund auch immer, beschließen, ein oder mehrere Geräte weiterhin über XP laufen zu lassen, müssen Sie diese unbedingt vom Lokalnetz und vom Internet trennen.
Die Anwendung anpassen oder ersetzen
Ist diese Option möglich, sollten Sie sie auf jeden Fall in Betracht ziehen, denn sie erlaubt zweifellos den Zugriff auf ein besseres Endprodukt und auf erweiterte Funktionen.
Die Etappen in der Zusammenfassung:
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