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Schon oft wurde betont, dass Informationssicherheit vor allem eine Frage des Verhaltens und der guten Gewohnheiten ist. Die technologische Komponente sollte trotzdem nicht vernachlässigt werden.

Betriebssystem und Programme aktualisieren, ein Antivirenprogramm und gegebenenfalls physische und virtuelle Schutzmaßnahmen für kritische Daten installieren, usw.; eine Sicherheitspolitik ist unentbehrlich für jedes Unternehmen, das respektiert werden will und auch Respekt vor seinen Kunden hat.

Das Internet bringt eine Vielzahl von Bedrohungen mit sich. Die Internet Service Provider sitzen oft an der Quelle dieser Bedrohungen und sind somit bestens positioniert, um sie zu identifizieren. Sie können verdächtige Bewegungen auf dem Netzwerk erkennen und mögliche Angriffe zurückverfolgen.

Daten, die sie an die Nutzer weiterleiten, werden von den Providern normalerweise nicht gefiltert. Sie müssen absolut neutral bleiben bezüglich der Inhalte, die sie weiterleiten. Dies ist wichtig in einer Demokratie, denn wenn die Provider Inhalte filtern würden, könnte man ihnen Zensur vorwerfen.

Allerdings durchqueren manche klar als solche identifizierten Bedrohungen jeden Tag das Netz und könnten theoretisch blockiert werden, noch bevor sie den Benutzer erreichen. Sie systematisch und obligatorisch zu blockieren, ist jedoch keine wünschenswerte Lösung und hätte auch keine rechtliche Grundlage. Jedoch könnten die Service Provider ihren Kunden einen „Premium-Schutz“ anbieten. Sie könnten dann frei entscheiden, ob sie davon profitieren wollen, oder nicht (opt-in).


Die Entwicklung einer erhöhten infrastrukturellen Sicherheit hätte eine sehr positive Auswirkung auf die Sicherheit des ganzen Landes. Denn sogar wenn nicht jeder die Lösung annimmt, so würde allein die Tatsache, dass ein erheblicher Anteil der Benutzer der „Impfung“ zustimmt, die Auswirkungen eines viralen Angriffs im ganzen Land reduzieren.

Um die Sicherheit als Infrastruktur zu implementieren, braucht es keine großartigen Investitionen. Vorhandene Ressourcen würden schon ausreichen. So müsste man zum Beispiel die Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren verbessern.  Es ist jedoch notwendig, dass jeder dabei mitspielt und Informationen bezüglich der Sicherheit (und vor allem der Bedrohungen), die von „seinem“ Netzwerk stammen, korrekt weitergibt.„Security as an infrastructure“ kann schnell umgesetzt und operationell werden, wenn jeder Akteur sich wirklich daran beteiligt. Das Prinzip kann allen Benutzern zur Verfügung gestellt werden, zu einem sehr fairen Preis.

Es wird für die Bürger und KMUs von großem Vorteil sein. Denn besonders kleine Unternehmen verfügen nicht über die Mittel, um sich teure Schutz-Tools zuzulegen. Dennoch ist es unbedingt notwendig, dass sie ihre Internetverbindung sichern, besonders zu einem Zeitpunkt, da diesbezüglich viele Fragen aufgeworfen werden.