Datensicherung
 

Kurz gefasst

Datensicherung ist von entscheidender Bedeutung für jedes Informationssystem. Ein Datenträger ist nur während einer bestimmten Zeit zuverlässig. Genau wie die im Altertum benutzten Steinplatten, die Witterungsbedingungen, Naturkatastrophen und Abnutzung ausgesetzt waren, sind aktuelle Informationssysteme auch nicht ewig haltbar. Für ein Unternehmen kann ein Datenverlust die endgültige Einstellung aller Tätigkeiten zur Folge haben. Falls Sie Ihre lebenswichtigen Daten erhalten wollen (Verfügbarkeit), werden Sie früher oder später an Datensicherung denken müssen.

Einleitende Maßnahmen

Bevor man zur Datensicherung schreitet, kann es von großem Nutzen sein, eine Risikoanalyse durchzuführen. Die Hauptrisiken, mit denen Menschen konfrontiert werden, sind (Bedrohungen, welche die Verfügbarkeit beziehungsweise die Integrität der Daten gefährden):

  1. Datenverlust durch Löschen (Menschliche Fehler oder Schadprogramm) (KMU: siehe Menschliche Fehler);

  2. Datenverlust durch Hardwarefehler (fehlerhafte Festplatte, versehentliche Zerstörung von Datenträgern) (KMU: siehe Unbrauchbare Backups, Sachschäden während des Transports, Funktionsunfähigkeit von Datenverarbeitungs- oder Kommunikationsgeräten, Administration unmöglich, Unangemessene Software-Umgebung);

  3. Schaden (KMU: siehe Feuer, Wasserschäden;

  4. Diebstahl von Datenträgern (KMU: siehe Entfernen von Eigentum (Diestahl) und Eindringen in Einrichtungen).

Eine Reflexion über die verschiedenen, oben genannten Risiken, hilft Ihnen, eine Backup-Strategie auszuwählen. Für die ersten beiden Punkte (die häufigsten) genügt es, Sicherheitskopien auf externen Festplatten, Wechseldatenträgern oder im Netzwerk angebotenen Festplatten zu machen. Für die Punkte 3 und 4 (seltene, aber sehr zerstörerische Schadensfälle), drängt sich eine Datensicherung außerhalb des Unternehmens auf.

Wahl des Datenträgers

Die Wahl des richtigen Datenträgers ist mindestens genau so wichtig wie die Auswahl der richtigen Strategie. Die am häufigsten verwendeten sind:

  • Wechseldatenträger (CD, DVD); sehr preiswert aber von geringer Datenkapazität und nicht lange haltbar; aus diesem Grund wird heutzutage nicht mehr geraten, diese Datenträger für Sicherungen zu benutzen (außer vielleicht für sehr geringe Volumen).

  • Magnetische Festplatten; kostengünstig, bieten die größten Datenkapazitäten und widerstehen recht gut der Degradierung und dem zeitlichen Verfall.

  • Flash-Speicher, SSD; teurer als herkömmliche Festplatten, sehr schnell, widerstehen am besten dem zeitlichen Verfall, aber ihr Preis lässt einen Einsatz zum Speichern von großen Datenmengen noch nicht zu;

  • Magnetbänder; bieten gute Speicherkapazitäten, sind aber teuer und wenig praktikabel, aber gut für sehr große Datenmengen geeignet;

  • Onlinedienste (cloud); Preis, Verfügbarkeit und Lebensdauer hängen sehr vom Anbieter ab; werden aber dank der hohen Übertragungsrate, die mit Glasfaser selbst den kleinsten Unternehmen zur Verfügung steht, immer interessanter.

Auf jeden Fall wird die Speicherart sehr oft den Preis, aber auch die Speichermöglichkeit bestimmen. Dies bringt uns zum Organisationskonzept der Datensicherungen.

Frequenz der Datensicherung

Die Frequenz der Datensicherungen entscheidet über die Güte der nach einem Schadensfall wiederherzustellenden Daten. Falls Sie einmal in der Woche eine Datensicherung machen, werden Sie die Arbeit von höchstens einer Woche verlieren. Sind Sie bereit diesen Verlust hinzunehmen? Könnte es angebracht sein, die Datensicherungsfrequenz auf zum Beispiel einmal am Tag zu erhöhen? Die Antwort auf diese Frage ist von Fall zu Fall verschieden.

Ein anderes Problem stellt sich: Falls Sie jede Woche ein einziges Backup machen, und ein Schadprogramm Ihnen einen Monat zuvor Daten zerstört hat, ohne dass Sie das gemerkt hätten, haben Sie diese Daten trotz der Datensicherung verloren. Aus diesem Grund wird eindringlich empfohlen, mehrere - auch ältere - Datensicherungen in Ihrem Archiv aufzubewahren. Da der Speicherplatz jedoch begrenzt ist, empfiehlt sich eine Datensicherungsrotation. Es muss entschieden werden, welche Sicherungen Sie wieder mit neuen überschreiben können. Bei der wöchentlichen Datensicherung empfiehlt es sich, die sechs letzten Sicherungen aufzubewahren, um so über die Sicherungen eines ganzen Monats verfügen zu können.
Ein an größere Unternehmen angepasstes Beispiel wäre, jeden Tag eine Datensicherung zu machen und jeweils die Sicherungen einer ganzen Woche aufzubewahren. Eine Wochendatensicherung während einem Monat und eine Monatssicherung pro Jahr und so weiter aufzubewahren.

Die Klassifizierung der Sicherheitskopien entspricht der Klassifikation der gespeicherten Daten. Falls diese hoch vertraulich sind, sind die Sicherheitskopien auch hoch vertraulich.

Arten der Datensicherung

Um Platz zu sparen - was in der Vergangenheit immer sehr teuer war - zusätzlich zu den Kompressionsmöglichkeiten, bieten die meisten Programme verschiedenen Sicherungstypen an:

Die komplette Datensicherung (full backup)

Alle Daten werden gesichert. Diese Sicherung benötigt am meisten Speicherplatz, ist aber gleichzeitig die sicherste, da sich auch alle Daten leicht wiederherstellen lassen.

Die inkrementelle Datensicherung

Eine inkrementelle Datensicherung kommt entweder nach einer kompletten oder einer anderen inkrementellen Datensicherung und es werden nur jene Daten gesichert, die sich seit der letzten Sicherung verändert haben. Um alle Daten wiederherstellen zu können muss man also über alle Sicherungen seit der letzten kompletten Datensicherung verfügen. Diese Art von Datensicherung benötigt den wenigsten Speicherplatz.

Die differenzielle Datensicherung

Die differenzielle Datensicherung enthält alle Dateien, die seit der letzten kompletten Datensicherung geändert haben. Sie benötigt mehr Speicherplatz als die inkrementelle Sicherung, aber für die Wiederherstellung der Daten benötigt man lediglich die letzte volle Datensicherung sowie die letzte differenzielle Sicherung.

Sicherung der Systemdateien

Ihre Daten sind wichtig und der Backup wichtig im Fall eines Datenverlusts. Aber haben Sie auch an die Verfügbarkeit Ihres System gedacht? Was würde passieren, wenn Ihre Festplatte ausfallen würde (siehe: Physikalische Defekte der Hardware)? Sie hätten zwar eine Sicherung aller wichtigen Daten, aber Sie müssten eine neue Festplatte kaufen, das Betriebssystem sowie alle benötigten Programme neu installieren, bevor Sie Ihre Daten wiederherstellen können.

Um dies zu vermeiden, gibt es verschiedene Programme, die es nicht nur erlauben, Daten, sondern auch ganze Festplatten zu sichern. Diese Programme erzeugen eine sogenanntes "Image" der Festplatte und erlauben so im Fall eines Ausfalls der Festplatte, diese einfach zu ersetzen und dann das Image wiederherzustellen, was den Ausfall wesentlich weniger kostspielig in Zeit und Aufwand macht.

Anmerkungen

  • Falls Sie sich für einen Online-Backup-Dienst eines Dritten entscheiden, stellen Sie sicher, dass die Daten verschlüsselt werden, bevor Sie auf den Server übertragen werden, und Sie sollten auch der Einzige sein, der über den Chiffrierschlüssel verfügt. Ihr Dienstleister darf Ihre Daten nicht lesen können.

  • Für sehr kleine Firmen eignen sich am besten, im Sinne von Preis, Speicherplatz und Haltbarkeit, Festplatten oder Online-Backups.