E-Commerce - die Betrugsmaschen
 

Kurz gefasst

E-Commerce ist praktisch und schnell. Namhafte Plattformen erleben einen regelrechten Boom und lassen auch kleine, unbekannte E-Shopping-Unternehmen wie Pilze aus dem Boden sprießen. Jedoch lockt das Internet als weltgrößter Marktplatz auch immer mehr Kriminelle an.        

Die bekanntesten Betrugsmaschen

Bei den Betrugsmaschen muss man drei Ausgangssituationen berücksichtigen:
  1. Es handelt sich um einen Fake-Shop, der keine Produkte verkauft, sondern lediglich auf das Geld seiner Opfer aus ist
  2. Es handelt sich um einen realen Shop, der gefälschte Ware verkauft
  3. Es handelt sich um einen realen Shop, der auch ohne Betrugsmasche zum Verhängnis wird
Jede einzelne dieser Ausgangssituationen zieht eine Bandbreite von diversen Szenarien mit sich. Wir wollen hier die gängigsten unter die Lupe nehmen.

1. Fake-Shops – die Ware erhalten Sie nie

Es gibt Online-Shops, die zwar professionell aussehen und eine einwandfrei funktionierende Webseite haben, jedoch in Wahrheit Produkte anbieten, die sie gar nicht besitzen. Genauso gibt es Kriminelle, die Kleinanzeigen schalten, z.B. für Immobilien, Fahrzeuge oder technische Geräte, die zwar mit einem tollen Preis locken, in Wahrheit jedoch gar nicht verfügbar sind.
Konsequenz: Geld- und Zeitverlust
Verhaltensregeln Niemals Waren per Vorkasse zahlen. Greifen Sie auf sicherere Zahlungsmittel zurück: per Rechnung, Nachnahme oder elektronisches Zahlungssystem (z.B. PayPal). Stutzig werden bei:
  • extremen Niedrigpreisen,
  • nur Vorkasse oder Bargeldtransfer (z.B. Western Union) als Zahlungsart,
  • stark tendenziellen Bewertungen anderer Kunden (negativ oder positiv),
  • unvollständiges Impressum,
  • mangelnde Erreichbarkeit,
  • Aufforderung zur Geldüberweisung auf ein ausländisches Konto, das nicht mit dem Ihnen bekannten Artikelstandort übereinstimmt.
Seriosität des Online-Shops prüfen (z. B. mithilfe von WOT) und Erfahrungsberichte anderer Kunden lesen.

Vorschussbetrug Den Vorschussbetrug gibt es in unzähligen Varianten und er wird bei allen möglichen Produkten angewandt.
Die Masche ist immer die gleiche: Noch bevor Sie den gekauften Artikel empfangen, sollen Sie Vorschüsse zahlen. Die Gründe dafür sind mal mehr, mal weniger nachvollziehbar und reichen von Versicherungen über unerwartete Transportkosten bis hin zu Vorschüssen für Logistikunternehmen.

Vorkasse-Trick
Beim Vorkasse-Trick verlangt der Verkäufer einfach den Gesamtkaufpreis per Vorkasse, in der Regel durch Überweisung per Western Union oder einem anderen Bargeldtransfer-System.

Treuhandbetrug
Beim Treuhandbetrug läuft die Geschäftsabwicklung über einen Dritten, z.B. ein vermeintliches Logistikunternehmen. Dieses soll sich um Warenauslieferung und Geldüberweisung kümmern. Es steckt aber in Wahrheit mit dem Verkäufer unter einer Decke und knöpft dem Opfer lediglich Geld ab.

Gefälschte Bewertungen, Siegel und Logos
Qualitätssiegel, professionelle Produktfotos, Logos bekannter Unternehmen und durchweg positive Rezensionen sollen Kunden zum Kauf locken, sind aber in Wahrheit gefälscht oder kopiert. Autant de signes de confiance qui incitent les clients à acheter, mais qui sont parfois détournées ou falsifées.

2. Reale Shops – gefälschte Produkte

Die oftmals große räumliche Distanz und die rein virtuelle Zurschaustellung der Produkte macht es Betrügern leicht, gefälschte Ware über das Internet zu verkaufen. Ein professionelles Foto in der Artikelbeschreibung kann kopiert sein – was man sieht, ist nicht unbedingt das, was man bekommt.

Konsequenz: Geldverlust, Sicherheitsrisiko, Ware vom Zoll zurückbehalten

Verhaltensregeln: Stutzig werden bei extremen Niedrigstpreisen. Nur in offiziellen Webshops der gewünschten Marke kaufen. Waren nicht im Voraus bezahlen.
Bei unseriösen E-Shops kann man den Firmensitz meist nicht eindeutig ermitteln, was die Einreichung einer Klage und die Rückerstattung des Geldes im Nachhinein unmöglich macht.

Gefälschte Markenware
Der Online-Markt ist überschwemmt von Nachahmungen bekannter Markenprodukte. Diese lassen an Qualität und Verarbeitung stark zu wünschen übrig und können gravierende Sicherheitsrisiken aufweisen.

Gefälschte oder fehlende CE-Kennzeichnung
Wenn Sie online etwas im Ausland bestellen, vergewissern Sie sich im Vorfeld, dass das Produkt die gültige CE-Kennzeichnung aufweist. Dies ist vor allem wichtig bei Produkten wie Multimediageräten, Elektronik, Spielzeug, Telekommunikationszubehör, Leuchtmitteln usw. Gefälschte oder fehlende CE-Kennzeichnungen sind illegal und stellen ein großes Sicherheitsrisiko dar. Der Zoll beschlagnahmt Einfuhren falls die benötigte CE-Markierung fehlt.

3. Reale Shops – doch es gibt einen Haken…


Sogar legitime Online-Shops können Sie teuer zu stehen kommen, auch wenn sie keine direkten Betrugsmaschen anwenden.

Konsequenz
Geldverlust, Zeitverlust, Datenverlust, Identitätsdiebstahl

Verhaltensregeln:
  • Preise inklusive Zusatzkosten bei verschiedenen Anbietern vergleichen.
  • Seriosität und Zuverlässigkeit des Online-Shops im Vorfeld prüfen.
  • AGBs und das Kleingedruckte im Kaufvertrag lesen (Vertragsbedingungen müssen transparent und verständlich sein).
Für jeden Online-Shop ein anderes starkes Passwort benutzen. Bei Bezahlung per Kreditkarte eine eigens zu diesem Zweck beantragte und limitierte Karte benutzen. Beim Bezahlvorgang auf eine gesicherte Verbindung (https) achten.
Bankkonten im Auge behalten und regelmäßig auf irreguläre Abbuchungen überprüfen.

Versteckte Zusatzkosten
Zoll, Steuern, Versandkosten, Versicherungen,… auch wenn der Warenpreis noch so günstig ist, diverse Zusatzkosten können mit hohen Beträgen zu Buche schlagen. Besonders tückisch: Versandkosten und Versicherungsgebühren können von Anbieter zu Anbieter sehr stark variieren.

Lange Lieferzeiten
E-Shops verkaufen Ware, die sie noch nicht haben. Erst nach Eingang vieler Bestellungen erfolgt vom E-Shop die Sammelbestellung an den Großhändler.
So kann er Lagerkosten und Restbestände vermeiden. Ärgerliche Konsequenz für den Käufer: Sehr lange Lieferzeit…

Gehackte E-Shops
E-Commerce-Seiten stehen bei Hackern hoch im Kurs. Werden Sie kompromittiert, können die Daten der Kunden gestohlen werden – inklusive Login, Passwort und Kreditkartennummer. E-Shop-Betreiber und Kunde merken das erst, wenn es zu spät ist.

Was tun, wenn es passiert ist?

Wenn Sie Betrugsopfer eines in Luxemburg ansässigen E-Commerce-Unternehmens wurden, kontaktieren sie die ULC.
Wenn Sie Betrugsopfer eines in der EU ansässigen E-Commerce-Unternehmens wurden, kontaktieren Sie das CEC.
Außerdem sollten Sie Anzeige bei der Polizei erstatten.