Cyberkriminelle
 

Kurz gefasst

Als Cyberkriminelle werden jene Personen bezeichnet, die ein bestimmtes Informationsverarbeitungssystem angreifen oder dieses dazu benutzen, klassische Straftaten zu begehen.

Cyberkriminalität früher und heute

In den letzten zehn Jahren sind wir Zeugen einer Veränderung der Cyber-Kriminalität geworden. In den 1980er und 1990er Jahren konnte Computerkriminalität noch als eine Art Handwerk bezeichnet werden, die von ein paar Computer-Enthusiasten, die begierig auf Anerkennung waren, begangen wurden. Schadprogramme tauchten auf, zeigten Animationen auf dem Bildschirm, oder zerstörten die Daten des infizierten Rechners.

Nach dem großen Erfolg vom Internet und durch das Auftauchen von immer mehr E-Commerce und E-Banking Anwendungen, haben sich die Anreize für Kriminelle, welche sich langsam aber sicher für dieses Medium interessiert haben, geändert. Die letzten zehn Jahre sind wir Zeuge von immer besseren und unauffälligeren Schadprogrammen geworden, welche darauf spezialisiert sind, die infizierten Rechner auf längere Dauer hin auszunutzen.

Eine Art von Spezialisierung ist auch sichtbar geworden: Einige Tastaturvirtuosen haben sich in der Erstellung von Schadprogrammen spezialisiert, wobei andere sich auf die Rekrutierung von "mules", die Geldwäsche oder die Infektion von Web-Seiten spezialisiert haben. Jeder Teil dieser Kette führt seine Aufgabe gewissenhaft aus und man kann tatsächlich von einer gut funktionierenden organisierten Kriminalität sprechen.

Dies wird durch das sehr geringe Überführungsrisiko und die Möglichkeit, einen sehr hohen Gewinn zu machen, verstärkt. Vom kleinsten nigerianischen Betrüger bis hin zum Paten einer kriminellen Organisation, der Markt ist groß genug für alle. Einige Berichte bezeichnen die Computerkriminalität als eine der lukrativsten Formen von Kriminalität überhaupt.

Akteure

Oft spricht die Presse in Bezug auf Computerkriminelle von "Hackern", wobei diese Bezeichnung für Enthusiasten verwendet werden sollte, welche die Technologie nicht zum vorgesehen Ziel verwenden, sondern anderen Aufgaben zuführt beziehungsweise sie als Spielwiese verwenden. Der Begriff "Hacker" hat im Insidermilieu noch immer eine positive und kreative Konnotation, selbst wenn er in der Öffentlichkeit eher negativ verwendet wird.

Um genauer zu sein, müssten man folgende Unterteilung machen:

  • "white hat": Sicherheitsspezialist, der sein Wissen zum Wohle der Gesellschaft nutzt.

  • "black hat": Sicherheitsspezialist, der sein Wissen für kriminelle Zwecke nutzt.

  • "grey hat": Spezialist, der manchmal auf unorthodoxe oder sogar illegale Mittel zurückgreift, üblicherweise aber zum Wohle der Gesellschaft.

Daneben gibt es die so genannten script-kiddies, also jene, die vorgefertigte Angriffstools benutzen, ohne jedoch über detaillierte Sicherheitskenntnisse zu verfügen; beziehungsweise die große Gruppe von Kriminellen, die über keine besonderen Kenntnisse verfügen. Letztere sind größtenteils Betrüger, Spammer oder solche, die Hoaxes verschicken. Die Schattenwirtschaft der Computerkriminalität strotzt auch vor Anwerbern und anderen Kleinkriminellen.